Nephelometrie
Synonym
Definition
- Quantitatives analytisches Verfahren zur Bestimmung der Menge an
dispergierter Phase anhand der Trübung von Flüssigkeiten (z.B. durch feine
Niederschläge) oder Gasen (z.B. durch Rauch), gemessen mittels Nephelometer
als Streulicht in einem bestimmten Winkel (meist 90°) zum Primärstrahl.
Bemerkungen
- Die Nephelometrie misst das aufgrund einer Trübung oder Opaleszenz in
einer Probe gestreute Licht, normalerweise in einem Winkel von 90° relativ
zum eingestrahlten Primärstrahl.
- Das Ausmaß des gestreuten Lichts hängt sowohl von der Anzahl der streuenden Partikel, als
auch von ihrer Größe ab (vgl. Tyndalleffekt).
- Bei geringen Trübungen ist die Intensität des gemessenen Streulichts linear
zur Partikelzahl. Bei höheren Konzentrationen ist dieser Zusammenhang nicht mehr
gegeben, da hier zwei Effekte immer stärker zum Tragen kommen:
- Das eingestrahlte Licht trifft nicht mehr auf alle Partikel, da sich einige
Partikel im von einem davor im Lichtweg befindlichen Partikel abgeschatteten
Bereich befinden. Die Intensität des entstehenden Streulichts ist somit im
Vergleich zur Partikelanzahl zu niedrig.
- Das von den Partikeln gestreute Licht trifft auf seinem Weg zum Detektor auf
andere Teilchen und wird dadurch absorbiert oder erneut gestreut. Die Intensität
des auf den Detektor treffenden Streulichts ist somit geringer, als eigentlich
aufgrund der Anzahl streuender Partikel zu erwarten.
- Gute Korrelationen zwischen der optischen Konzentration streuender Teilchen
und der gemessenen Lichtintensität werden bis max. 1750 - 2000 NTU erzielt.
- In jedem Fall ist die Linearität des Systems durch Verwendung einer aus
mindestens 4 Punkten bestehenden Kalibrierkurve nachzuweisen.
- Bei gefärbten Proben ist die Nephelometrie mit Verhältnisauswahl anzuwenden.
- Normalerweise werden Glühlampen als Lichtquelle eingesetzt. Setzt man
hingegen Laser ein (Laser-Nephelometrie), so kann aufgrund der möglichen
hohen Schaltgeschwindigkeit, der direkte Strahl in kurzen Abständen
ausgeschaltet und das nach vorn gestreute Licht (0°) detektiert werden.
Diese Reflektion kann mit dem Streulichtsignal verrechnet werden.
- Die Nephelometrie ist besonders geeignet zur Bestimmung von farblosen,
schwach opaleszenten Proben. Sie wird in der Medizin aber auch gerne zur
Bestimmung von
Plasmaproteinen, z.B. in spezifischen Immunseren (wobei das Licht an den - in
einem bestimmten Verhältnis zwischen Antigen und Antikörper - entstehenden
Immunkomplexen gestreut wird), eingesetzt.
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